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Mission "D1": Das bemerkenswerte Spiel des König Olaf Drucken E-Mail
Veröffentlicht von D1-Minnesänger Tristan von der Barre   
Dienstag, 14. Juni 2011

Und man erzählte sich, wie jedes Jahr um Pfingsten, dass der weise nordische König Hans einen seiner Besten aus des Adels Kreise erkor, um Ruhm und Ehre einzulegen für den großen Teltower FV und Gold und Silber zu erringen an den breiten Ufern des Steinhuder Meeres aus dem Geheimnis umwitterten Königreich Anemolter-Schinna. Und so begann der in vielen Schlachten erprobte Kurfürst Kai damit, eine Gruppe furchtfreier Männer zu suchen, der die große Tat, die "heilige Schal" ins Rübchen-Land zu holen, gelingen sollte. An seiner Seite den getreuen Herzog Micha wie die magische Fee Mandy wissend, taten sie auch bald 16 Männer und eine Frau auf, die wild entschlossen und mit Versprechungen auf fruchtbare Ländereien jenseits des John-Schehr-Tales geködert, den Teltower Treueeid schworen. Darunter auch sechs Männer aus fremden Gestaden, deren Namen teils wohl bekannt über die Grenzen des Königreichs hinaus schon klangen.

Sie spannten die Pferde ein, hissten die rot-weißen Fahnen und beluden die Karren mit allerlei Krims und Krams für die Tage des großen Turniers. Zur Begleitung der heiligen Mission ließ Kurfürst Kai noch Kutscher und Bedienstete aus dem Hofstaate des Königs vorbringen. Nichts sollte den Blick der Kämpen stören, an Nichts sollte es den Kämpen auf der mühsamen Reise und im fernen Lande mangeln.

Der Tross kam gut voran, doch als einige Kämpen dem Drang der Natur nicht länger widerstehen wollten und Kurfürst Kai eine Pause befahl, zog es die Pferde des Kutschers Thomas an die Tränke. Sodann trennte sich die Gruppe und man beschloss, sich nun allein und auf eigene Faust weiter voran zu schlagen. Nun begab es sich, dass durch Schlechtwetter und manch bösen Zauber Kutscher Thomas und Herzog Micha der rechte Weg abhanden kam. Zu sehr glichen sich die Auen und Wälder und bald waren sie und der kernige Rest der Kämpen schon fast vor den Toren der bösen Burg Bremen angelangt. Noch gerade rechtzeitig, bevor sie von den grünen Spähern entdeckt werden konnten, kehrten sie um und trieben die entkräfteten Pferde wieder etliche Meilen zurück. Verzweifelt suchten sie ein Nass, die Rösser japsten und bockten und doch, wie durch eine Fügung des Himmels, tat sich bald ein Quell der Erfrischung auf.

Kundige Männer befanden sich am Wasser und als Herzog Micha sich des Weges erkundigte, nickten sie einmütig und gaben besten Rat für die kürzeste Distanz zum Schinneraner Königreich. Wahrlich einem gutem Rat folgend, galoppierten die flotten Hengste feurig davon und schon wenig später erreichte die Gruppe die kleine Weggabelung hinfort zu den festen Mauern König Olafs. "Nur über die erste der sieben Brücken müsst ihr gehen und dann eurem Herzen folgen", rief eine alte Frau ihnen zu, und bald schloss sich der Kreis, als sie auf des Teltower Kurfürsten Gefolgschaft trafen, die vor den Toren der Schinneraner Burg ihre Zelte und Wehrwälle bereits errichtet hatten.

König Olaf, in heller Vorfreude auf das große Turnier, hatte schon zum Trunke eingeladen und noch am Abend die Küche des Schlosses den Anreisenden für die Einnahme erlesener Köstlichkeiten geöffnet. An der Tafel des Königs ließ es sich gut speisen und noch besser singen; wie sonst ließe es sich erklären, dass der Mond schon weit vorangeschritten war, als Frieden einkehrte über den weichen Dächern der vielen Völker auf der grünen Scholle des Königs. Herzog Micha und Bischof Frank hatten sich indes einer alten Tradition entsprechend in das tiefe Gewölbe der Burg zu Schinna zur Andacht zurückgezogen.

Sekunden nach dem Sonnenaufgang kündeten die Herolde des Kurfürsten, Stephan und Dirk, vom bevorstehenden Auftakt des Turniers und brachen so auch das Schweigen der beiden in stilles Gebet Versunkenen im kühlen Gewölbe der Burg. Des Kurfürsten Kämpen waren bereits angekleidet und hatten sich an der Jagd des Schinneraner Königs gelabt. Auch die anderen Bewerber hatten sich herausgeputzt und harrten des ersten Trompetensignals zum friedlichen Kampfe. Gar sieben Gegner wollten sich den Teltowern stellen; so erfahrene Recken wie die des Landgrafen zu Rotenburg und andere furchtlose Gesellen aus den Grafschaften Steimbke, Buer, Nienburg und Stolzenau. König Olaf bot gar zwei Gruppen seiner besten Wachsoldaten auf und auch Landgraf Christian zu Rotenburg hatte seinen Zug Bogenschützen in zwei Lager geteilt.

Schon zog es die Sonne an die Spitze des Himmels und die Temperatur des Blutes stieg. Wer würde den ersten Sieg verbuchen, die erste weiße Feder an den Helm stecken? Jeder gegen jeden, so hieß König Olafs Parole und so kämpften die Teltower Truppen zunächst unter sich die Lorbeeren aus. Noch müde von der irrigen Fahrt unterlagen des Herzogs Micha Männer knapp und des Kurfürsten Kais Kämpen frohlockten unter dem weithin sichtbaren rot-weißen Baldachin der Teltower Abordnung.

Ein bemerkenswertes Spiel hatte sich König Olaf für das Schinneraner Turnier zu Ehren Pfingstens ausgedacht: kein Lanzenknicken oder Bullenwürgen, kein Pfeilweitwerfen oder Weinwetttrinken. Nein, es sollten jeweils zwei Gruppen von Männern eine gelederte Kugel über ein abgestecktes Feld treiben. Dazu hatten die Zimmerleute des Königs zwei rechteckige Gestelle exakt gegenüberstehend im Boden verankert. Fischernetze umsäumten die Balken von der hinteren, dem Feld abgewandten Seite. Schaffte es eine Gruppe den Ball, so nannte der König das urige wie sprunghafte Geschöpf, durch die Stangen des Gestelles in die Maschen des Netzes zu tragen, so wurde von den Hofschreibern ein Punkt eingetragen. Hinterlistig wie König Olaf aber offenbar war, sollte die Kugel mit dem Fuße transportiert werden, was in den Reihen der jungen Krieger für einige Verwunderung sorgte. Nur der Wächter des Gebälks, so befahl Olaf, durfte den Ball mit der Hand berühren.

Die Kämpen Kurfürst Kais fanden schnell Gefallen an diesem Spiel. Und auch Herzog Micha sollte sich im Laufe des Tages noch einiger Siege erfreuen. König Olaf indes hatte offenbar die Warnung seines Hof-Magiers in den Wind geschlagen. Der hatte noch prophezeit, dass des Kurfürsts Kai Männer mit dem Kugelrunden bestens umgehen und den Sieg davon tragen würden. Nun, der Magier ward nicht mehr gesehen, dafür aber eine frisch gemauerte Wand.

Am Ende des ersten Turniertages sahen sich alsdann beide Rübchen-Ordensknappen vorn, von den Kämpen Steimbkes und denen der Grafschaft Buer eng verfolgt. Und die weiß-roten Fahnen flatterten stolz im Winde.

Der Schinneraner König schaute ein wenig missmutig aus seinem blauen Nerz und forderte die auswärtigen Edelmänner zum gleichwohlen Spiel. Die Herren ließen sich nicht lange bitten, lockte doch der ausgelobte Siegespreis in Form eines Fasses der über die Landesgrenzen hinaus bekannten Spezialität vergorener Gerste.

Nun heckten Kurfürst Kai, der Buerer Graf Lutz wie Landgraf Christian zu Rotenburg einen feinen wie gemeinen Plan aus. Der Teltower Wehrmeister Andreas, ein furchtloser Recke auf allen Strecken, sollte den Raum zwischen dem Holzgestell hüten, das König Olaf noch zuvor als "Tor" bezeichnete. Doch fehlten dem "Tor" sowohl Zugbrücke als Graben, was unter den rauflustigen Männern für lauten Spaß sorgte.

König Olaf selbst ließ sich auf seinem Thron nieder und verfolgte das Geschehen. Siegessicher schien er, bis plötzlich aus dem Halbschatten der Türme ein paar finstere Kumpane auftauchten, die wohl am Rande bekannt schienen, doch bislang im zwielichtigen Hintergrund verweilten. Der Teltower Adel schielte verwundert herüber: Wahn oder Wahrheit? Die verfemten Männer aus dem Zille-Kiebitzwald, gelegen hinter den Zollbalken des Teltower Landes, entledigten sich ihrer Waffen und gesellten sich grinsend zu den Herausforderern. Ein fast unwirkliches Bild bot sich den faszinierten Zuschauern. Auf der einen Seite die brachiale Menschenwand des König Olaf, auf der anderen eine wenig geschlossene, aber kaum eingeschüchterte Auswahl des Gegners. Einer der Männer aus der gefürchteten Region zwischen Teltow, dem dörflichen Kleinmachnow und dem armen Stahnsdorf, so tuschelten die vielen Zuschauer, konnte noch nicht einmal mit Schuhwerk aufwarten.

Das Spiel begann und der verabredete Plan der bunten Koalitionstruppe schien aufzugehen. Wehrmeister Andreas hielt sich penibel an seine Aufgabe und spielte den selbstsicheren Schinneranern zunächst den ungeschickten Hofnarren vor. Schnell konnte König Olafs Schreiber den ersten Punkt für Schinna zeichnen. Geblendet durch die eigene scheinbare Übermacht überhörte die Schinneraner Legion offenkundig, wie die zusammengewürfelte Streitmacht zum Gegenschlag blies. Wehrmeister Andreas erwies sich nun als schier unüberwindbarer Gegner und vor allem Landgraf Christian zu Rotenburg stieß fortan wie ein angestochener Stier durch die Schinneraner Reihen. Stets mit ihm auf gleicher Höhe: der gepardenschnelle Krieger mit den bloßen Füßen, der, wie man später vernahm, schon einmal auf einem fernen Kontinent mit einem ähnlichen Spiel in Berührung gekommen sein wollte. Tor um Tor fiel für die Gäste, bis König Olaf den Bläsern den Befehl zur Schlussfanfare gab.

Dem Schinneraner Regenten blieb nun nicht viel mehr, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Einen listigen Trick hatte er sich aber noch aufgehoben.

Zunächst lud er die gesamte Gesellschaft zum abendlichen Festmahle ein. Bei Fleisch, Kartoffeln und Bohnensalat wurde noch über das Ergebnis diskutiert, während ein paar Stunden später, als einige der Adelsherren samt ihrer Meute schon fast ganz und gar der vergorenen Spezialität verfallen waren, die Keller des Königs geöffnet und so dem schönen Gesang zerstörerisches Feuer gemacht werden sollte.

Doch diese Tücke erkannte blitzgescheit der Teltower Leibritter Lutz. Schon am Vorabend hatte er die Krieger an die Kandare genommen, als sie von dem unheilvollen Geiste der Traube verführt, schon ohne vorherigen Kampf glaubten, den Sieg bereits errungen zu haben. Mutig warf er sich in die Bresche, befreite die wackeren Männer vor weiterem Schaden und ließ die Reste des verfluchten Wassers bei sich verschwinden. Und auch an diesem Abend schlug er entschlossen dagegen und hielt so die Herren frisch für einen zweiten Tag heroischer Gefechte.

Kaum hatten die Bläser des Königs den zweiten Tag des Turniers eröffnet, zog eine große Hitze über die Felder. Die Kämpfer in ihren Rüstungen erhitzten wie Brühwürstchen in ihren Häuten und taumelten nach überstandenem Duell zum schattigen Zelt. Dort erwarteten schon Hofdame Andrea, der Sonder-Gesandte Udo, Fee Mandy und ihr Hofjunker Swen die Kämpen, um sie zu erfrischen und zu stärken. Schon Herzog Micha hatte von der Kräuterkunde der Hofdame Andrea profitiert. Wundersam hatte sie doch des Nachts einen fruchtbaren Quadratmeter Erde besprengt und am nächsten Morgen saftige Südfrüchte geerntet.

Harte Kämpfe erschütterten das grüne Geläuf um die Burg des Königs. Olaf selbst hatte noch zwei bullige Kämpen, die gerade erst von den Kreuzzügen zurückgekehrt waren, in seine zweite Reihe gestellt. Landgraf Christian zu Rotenburg indes hatte zwei Männer als Verletzte zu beklagen und erhielt durch des Kurfürsten Großmut einen Wehrknappen geliehen. König Olaf sah die Felle schwimmen. Auch der selbstlose Einsatz der Schreiber, die manches Mal Blindheit riskierend in die Sonne blickten, als auf dem Feld sich ein wahres Tohuwabohu zu entwickeln drohte, sollte den so sehnsüchtig erwarteten Sieg nicht erringen helfen. Die unerschütterlichen Truppen des Kurfürsten Kai und seines Herzogs Micha genossen den süßlichen Geschmack des Triumphes und hielten allen Angriffen stand.

Gold und Silber für den verdienten Sieger aus dem Lande der Rübchen. Kurfürst Kai, im Wissen um die Vollendung der von König Hans gestellten Aufgabe, dankte den Kämpen überschwänglich für den Sieg im Sack und erhob sie alle unversehens in den Adelsstand. So machten sich nun folgende Hochwohlgeborenen für die nächsten Gefechte bereit:

Ritter Dennis, Ritter Finn, Ritter Florian, Ritter Jannik, Ritter Jonathan, Ritter Kevin, Ritter Leo, Ritter Luca, Ritter Lucas, Edle Luise, Ritter Marius I., Ritter Marius II., Ritter Nici, Ritter Nils, Ritter Paul, Ritter Sven und Ritter Toni.

Kurfürst Kai und seine Männer wurden bei ihrer Rückkehr vom wartenden Volke frenetisch gefeiert. Ein Kutscher hatte rechtzeitig vor dem Eintreffen der Siegreichen eine Taube geschickt: und die Nacht wurde daraufhin zum Tage gemacht.

Schon am nächsten Morgen ließ Kurfürst Kai König Olaf eine Bulle überbringen. Im Namen seines Königs Hans danke er dem Schinneraner König für dessen große, alles überagende Gastfreundschaft, das deftige Essen, die geistvollen Getränke und den sauberen Wassergraben. Er möge diesen Dank uneingeschränkt an seine Bediensteten weitergeben und ihnen Vergünstigungen gewähren. Ach ja, und den noch in letzter Sekunde hinterher geworfenen Fehdehandschuh nehme er, der Kurfürst, natürlich gerne auf.

Aus Anemolter Schinna D1-Minnesänger Tristan von der Barre

 
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