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D1-Rübchenphilosophie: „Also, ich bin ein Hütchen...“ Drucken E-Mail
Veröffentlicht von D1-Therapeutin Anna Lyst   
Dienstag, 18. Januar 2011

Fußball ist ja bekanntermaßen ein ganz einfacher Sport. Es gibt einen Ball, es gibt ein Tor und es gibt das klare Ziel, beides zusammenzufügen: das heißt dann „ein Tor schießen". Abgesehen davon, dass oft genug kein Tor, viel öfter ein Bock Opfer der sportlichen Tat wird, weiß vor allem die Spezies „Der Trainer", dass das Fußballspiel doch nicht ganz so einfach ist. Er – manchmal auch eine Sie (komplett anderes Thema!) – weiß es einfach besser und zwar immer und zwar prinzipiell.

Warum also verstehen die Spieler jeglicher Altersklassen die Anweisungen und Erläuterungen des Trainers miss, falsch oder gar nicht? Liegt es womöglich doch am „Der Trainer", der versunken im Mariannengraben der Fußball-Philosophie allzu sphärisch-ätherische Weisheiten verschwurbelt, oder …. Nein, nein, nein, das kann gar nicht sein, spielt gar der Papst in Sachen Unfehlbarkeit im Gegensatz zum Trainer doch höchstens in der zweiten Liga.

Seiner Allwissenheit und der Unvollkommenheit der Spieler gewiss steigt der Trainer regelmäßig herab zu seinen weltlichen Schäfchen – oft sind es ja noch Lämmer. Er nimmt die Gestalt eines schlichten Erwachsenen an, der mit einer dicken Sporttasche bepackt auf den Sportplatz stiefelt, stinkige Leibchen verteilt und schlichte Übungen erläutert. Er hat eine Mission.

„Also, ich bin ein Hütchen, und neben mir liegen auch noch zwei; …ja, die sind blau, ich nicht, ich bin rot…. Also nochmal: ihr spielt den Ball an den Hütchen vorbei und …M., steh bitte auf… also den Ball hier vorbei und …jetzt steh endlich auf, sonnen kannst du dich zuhause…den Ball hier vorbei …L. kannst du bitte zuhören, ich erkläre das nur einmal …den Ball hier vorbei zum Mitspi….hör zu, nachher weißt du wieder nicht, was los ist …also den Ball zum Mitspieler und der …halt den Ball jetzt fest, F., das Tippen geht mir auf die Nerven …also, und der passt zurück zu …N., D. und L., woher habt ihr die Schokoriegel, das hier ist Training …also, zurück zum Mitspieler und der geht aufs Tor…nein, S. noch nicht ins Tor gehen, erst zuhören …und macht den Abschluss, alles klar? …nein F., natürlich bin ich nicht wirklich das Hütchen, ich tu jetzt nur so, um das zu erklären, also nochmal…"

Nun dürfte jeder, der bis vor wenigen Sekundenbruchteilen noch glaubte, dass Fußball ein einfacher Sport sei, geläutert sein; halt, es sei denn Sie, lieber Leser, gehören zu den von Sportreporter-Legende Rolf Töpperwien sogenannten, völlig geschlechtsneutralen „Eislaufmuttis". Ja, Sie kratzen am göttlichen Nimbus des Trainers. Sie verweigern die unbedingte Gefolgschaft, nur weil ausgerechnet ihr Lämmchen – wahlweise – beim letzten Spiel nicht aufgestellt, nicht angespielt, nicht eingewechselt, nicht ausgewechselt, zu wenig angespielt oder nass geworden ist. Zu Ihnen kommen wir beim nächsten Mal! Versprochen!

D1-Therapeutin Anna Lyst

 
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