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Schusspech und -unvermögen
TFV II: Rathe – Bath – Schwarting, Puhl (Kap.) – Ziggel, Crone (78. Tesch) – Rupnow, Linke – Handke, Bertelmann (78. Rother) – Wehle.
Tore: 1:0 Zobel (2.), 2:0 Zobel (70.), 3:0 Sorgatz (87.).
Schiedsrichter: Horst Anders (Potsdam).
Zur Lage: Bei Mannschaften des Werderaner FC scheint unsere Elf Jahr für Jahr das gleiche Dilemma zu widerfahren. Dem favorisierten Gastgeber bot sie auf dem Kunstrasen bei der letztlich deutlichen 0:3-Niederlage am Sonntagvormittag bei allerbestem Fußballwetter ein weitgehend ausgeglichenes Spiel, aber die Dritte von Viktoria war deutlich effizienter, nutzte die Schwächen unserer auswärts weiterhin sieglosen Elf gnadenlos aus und durfte danach artig Komplimente an den Kontrahenten verteilen. „Ihr hättet uns ja beinahe an die Wand spielen können“, meinte so z. B. nach der Partie WFC-Trainer Fechner, der von einer spielerisch ordentlichen Vorstellung der Gäste bis zum gegnerischen Strafraum sprach. Am Ende aber zählen auch am ersten Advent die Tore. Und da hatte Werders Dritte ebenso die Nase vorn wie in den letzten beiden Spieljahren die Zweite des WFC, die jeweils mit 6:0 gegen unsere Elf klar gewonnen hatte.
Personal: Für den Gelb-gesperrten Haym und den verletzten Wilhelm kamen Bertelmann und Schwarting neu in die Startformation. In der Schlussphase wurden Tesch und Rother für Crone und Bertelmann eingewechselt, während J. Radeck (Tor) und Herkner auf der Bank blieben.
Spielverlauf: Die Partie war keine zwei Minuten alt, als der Gastgeber bereits in Front lag. Zobel, ohnehin einer der auffälligsten Werderaner Akteure, war auch von drei, allerdings eher zaghaft eingreifenden TFV-Abwehrspielern zehn Meter vor dem Tor nicht vom Ball zu trennen, hatte dann freie Bahn und ließ mit seinem Flachschuss Rathe im Teltower Tor keine Chance (2.). In der Folge zeigte sich unsere Elf vom frühen Rückstand zwar gut erholt, aber im Angriff lag einiges im Argen. Gefühlte 15 Torschüsse gab unsere Elf in Hälfte eins ab, aber nur selten lag wirklich Gefahr in der Luft. Beim 22-m-Freistoß von Handke klärte WFC-Torhüter Friese nur mit Mühe (13.), die Schüsse von Ziggel lagen nicht schlecht, verfehlten aber ebenso das Ziel (21., 33.) wie zuvor schon die Bälle, deren Absender Crone und Ziggel waren, und auch Puhl setzte einen Freistoß aus günstiger Position neben das Gehäuse (36.) wie auch Bertelmann einen 18-m-Schuss aus der Drehung (40.). Außerdem trafen Crone per Kopf nach Eckball von Linke (3.) und Bertelmann am ersten Pfosten nach Vorarbeit von Wehle (32.) das Tor nicht.
Der Gastgeber hatte demgegenüber weniger Ballbesitz und kam auch nur noch selten vor das Teltower Tor. Bei einem Zusammenprall von Torhüter Rathe mit Sorgatz stockte den Gästen der Atem, zumal ein Elfmeterpfiff im Bereich des Möglichen lag (4.). Auf der Gegenseite blieb auch bei einer Attacke an Handke die Strafstoßentscheidung aus (24.). Werders Dritte kam vor der Pause nur noch zu zwei halbwegs gefährlichen Aktionen, doch als Zobel nach einem Eckball mit der Hacke reagierte, zeigte sich Rathe auf dem Posten (20.), und einen Freistoß setzte Krüger nur knapp über das Tor (31.). So ging es mit einem schmeichelhaften 1:0 der Gastgeber in die Halbzeitpause, wobei von Seiten des WFC durchaus Unzufriedenheit darüber zu vernehmen war, dass unsere Elf bis zum Strafraum recht ordentlich spielen konnte. Vor allem Ziggel kurbelte das Spiel oft an, auch Crone konnte im Mittelfeld Ideen und Elan verbreiten. Aber viele Bälle wurden auch einfach zu ungenau gepasst, der oft aussichtsreich in den Rücken der WFC-Abwehr sprintende Linke fast immer übersehen.
In der zweiten Halbzeit hatte unsere Elf weniger Schussgelegenheiten, aber noch mehr Ballbesitz. Während auf Werderaner Seite einzig Gutschmidt mit seinem Abschluss aus fünf Metern eine Gelegenheit besaß – er jagte das Leder über den Kasten (57.) –, wurde der Kopfball vom Crone gehalten (46.) und der 18-m-Freistoß von Handke klatschte an den Innenpfosten (58.). Die Vorentscheidung fiel durch einen schulbuchmäßig vorgetragenen schnellen Gegenzug, bei dem Grzybek auf Linksaußen von der Mittellinie geschickt wurde, das Laufduell gewann und nach innen auf Zobel passte – 2:0 (70.). Nun lockerten die Gäste noch mehr die Deckung, und der WFC kam zu seinen besten Chancen. Torhüter Rathe war erst noch gegen den durchgebrochenen L. Müller erfolgreich (75.), dann aber zum dritten Mal machtlos, als Sorgatz einen Abpraller nutzte, nachdem zuvor L. Müller aus allerdings deutlicher Abseitsposition Richtung TFV-Tor ziehen und dann schießen konnte (87.). Da war aber „der Drops bereits gelutscht“, zumal unserer Elf das Pech auch weiterhin an den Füßen klebte, denn Handke traf aus 20 Metern ein zweites Mal krachend nur den Pfosten (77.), während sein Freistoß vom starken Friese gehalten wurde (90.). So blieb es beim in der Höhe sicherlich sehr schmeichelhaften 3:0 für die Gastgeber, die am Ende aber die Argumente auf ihrer Seite hatten.
Schiedsrichter: Weitgehend war die Leistung des Unparteiischen, der ohne Verwarnung auskam, sehr in Ordnung. Vor dem – jedoch nicht mehr Spiel entscheidenden – 0:3 übersah er aber eine deutliche Abseitsstellung von Müller (87.).
Fazit: Die Zweite durfte sich mal wieder artig Komplimente abholen, verlor aber die Partie gegen eine sehr effizient spielende WFC-Dritte am Ende klar.
Vorschau: Im letzten Heimspiel der Hinrunde geht es um einen wenigstens noch halbwegs versöhnlichen Abschluss des enttäuschenden Jahres 2009 und drei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Groß Behnitz zählt trotz der fünf Punkte Vorsprung auf unsere Elf sicherlich zu den unmittelbaren Kontrahenten im Rennen um den Klassenerhalt. Mit nur 16 erzielten Toren haben die Blau-Weißen immerhin 14 Zähler geholt. Bei doch schon 39 Gegentreffern – darunter zwei heftigen Schlappen in Werder (0: und Nauen (0:9) – darf man auch personelle Engpässe bei den „Westlern“ vermuten, die in Golm vor wenigen Wochen gar nicht erst antraten und so zwischen dem achten und zwölften Spieltag ohne Tor und Punkt blieben, ehe nun ein 3:3-Remis gegen den RSV Eintracht III gelang. |